Information

ROS — Areal Bussebart / Stadthafen Rostock

Informationen zum Projekt
  • Projekt: 072 ROS
  • Aufgabe: Entwicklung eines Masterplans für die Altstadt und Standortfindung für ein neues Theater
  • Projektart: Ideenwettbewerb
  • Jahr: 2014
  • Lage: Rostock (D)
  • Bauherr: Hansestadt Rostock
  • Mitarbeiter: Daniela Knappe, Alexander Böckel
  • Projektpartner: hjp-architekten, Grafenrheinfeld und und Lützow 7, Berlin

 ANALYSE

Hansestadt Rostock – Hafenstadt Rostock.

Die Basis des städtebaulichen Grundkonzeptes beruht auf der Analyse des historischen Bildes der gewachsenen Hansestadt Rostock. Die Bedeutung des Seehafens war nicht nur wirtschaftlich, sondern auch städtebaulich prägend. Mit dem Schiff ankommend eröffnete sich eine von der Wasserkante stark ansteigende, auf einem Hügel thronende Stadt mit klarem Bezug zum Wasser. Die parallelen Straßen führten geradewegs vom Zentrum über dreizehn, nach ihnen benannte Strandtore direkt zum Hafen.

Die einstige Symbiose von Stadt und Hafen ist verlorengegangen. Wir wollen diese hervorragende Standortqualität und das darin liegende Potential wiederherstellen.

 

KONZEPT STRANDACHSEN

Die noch vorhandenen Achsen Lagerstrasse, Wokrenterstrasse, Schnickmannstrasse und Badstüberstrasse werden daher von allen ablenkenden Ein- und Anbauten befreit. Die historischen Achsen Grapengießerstrasse und Fischerstrasse sind nicht mehr vorhanden und werden wieder neu implementiert. An dieser wird als neuer Hauptachse auch das Theater und die Lastadie als neuer Marktplatz angebunden. Zusammen bilden diese Hafenstrassen mit ihren Querverbindungen ein komplexes Netzwerk, welches die Stadt wieder mit ihrem Hafen verknüpft und ihr so ein Stück Identität zurückgibt. Die L22 wird dabei mit zwei zusätzlichen Ampelanlagen überquert, die Fischerstrasse erhält eine barrierefrei Brückenverbindung. Im Hafen werden die Achsen bis an die Kaikante weitergeführt, und bilden von hier vice versa Blickachsen zurück in die Stadt.

 

KONZEPT THEATER
Das Theater ist Teil dieser neuen, alten Wegestruktur, belebt diese und wird von ihr belebt. Es bildet den westlichen Abschluss des Altstadthügels. Dabei fungiert es wie ein Gelenk zwischen Stadt und Hafen, ein Fixpunkt, welcher von beiden Seiten anziehend wirkt und diese so miteinander verbindet. Aus der Nähe verwebt es sich auf allen Ebenen mit der Stadt, spielt mit der Topographie. Aus der Distanz akzentuieren seine Hochpunkte die Stadtsilhouette und bilden einen starken Orientierungspunkt und ein neues Wahrzeichen der Hansestadt Rostock..

Durch programmatisch passende Nutzungen, wie ein Buchladen, das Theatercafé, eine Skybar, Galerien, ein Programmkino, Büros von Kulturschaffenden oder Ateliers, welche das eigentliche Theater umrahmen und sich mit ihm verweben, wird der neue Theaterbau zu viel mehr als einem Theater, zu einem pulsierenden Kulturort. 

 

KONZEPT ALTSTADT
Um die Baukanten wieder zu definieren wird nördlich der Strandstrasse eine neue Wohnbebauung vorgeschlagen, welche die Altstadtkante an dieser Stelle wieder definiert und die Strandtore betont. Für den nicht funktionierenden Marktplatz an der Badstüberstrasse wird ebenfalls eine neue Wohnbebauung vorgeschlagen, um die hier notwendigen städtebaulichen Kanten wiederherzustellen.

Die notwendige Veranstaltungsfläche wird dafür auf die Lastadie verlegt, wo sie über die Fischerstrasse, die Brücke und das Theater optimal angebunden ist.
Die neuen giebelständigen Wohnbauten ergänzen nicht nur die straßenräumliche Struktur der zerstörten Altstadt sondern auch die Stadtsilhouette. 

 

KONZEPT HAFEN

Der Hafen hat einen eigenen Charakter, eine eigene Atmosphäre, eine Weite und Ruhe, wie sie nur ein Hafen haben kann. Gleichzeitig ist der Hafen auch Freiheit und Leben, er bietet Raum für verschiedenste Nutzungen und Veranstaltungen als per se multifunktionaler Ort.

An Großveranstaltungen wie der HanseSail wird er von Abertausenden bevölkert, Zirkus, Märkte und Konzerte finden hier statt. Am Christinenhafen werden drei kubische Baukörper verortet die den Hafen als permanente Attraktoren ganzjährig bespielen. Am Haedgehafen bieten Aktionsflächen entlang einer Promenade vielfältige Möglichkeiten der Aneignung durch die Stadt und ihre Bewohner. Attraktive Grünflächen in direkter Wassernähe und ein sommerliches Badeschiff ergänzen den Hafen um neue Qualitäten.

Möglich wird dies auch durch den breiten Dünenstreifen, welcher dem Hafen nicht nur maritimes Flair und die Anmutung einer Strandpromenade gibt, sondern ihn auch akustisch und optisch von der stark befahrenen L22 abschirmt.

Durch die neuen Strandachsen, die Aktivierung des Hafens und die geschickte Positionierung des Theaters wird die gesamte nördliche Altstadt und die für die Stadt so  wichtige Wasserseite wieder mit neuem Leben gefüllt, so dass das heutige Rostock nicht nur seinen ursprünglichen, atmosphärischen Hansestadtcharakter wieder erlangt, sondern darüber hinaus neue Qualitäten und Potentiale entwickelt.