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WEM — Neues Quartier am neuen Museum Weimar

Informationen zum Projekt
  • Projekt: 031 WEM
  • Aufgabe: Neustrukturierung eines Wohnquartiers mit Sanierung und Neubau
  • Projektart: Gutachterverfahren
  • Jahr: 2012
  • Lage: Weimar (D)
  • Bauherr: Weimarer Wohnstätte GmbH
  • Projektpartner: hartmann+helm planungsgesellschaft mbH, Weimar

Der derzeitige städtebauliche Zustand zwischen Rathenauplatz und Ernst-Thählmannstraße stellt sich als unfertige und sehr ungeordnete stadträumliche Situation dar. Das Konzept sieht vor sowohl städtebauliche Mängel als auch Substanzdefizite der Bestandsbauten zu beheben. Ein neuer, qualitativer Stadtraum soll geschaffen werden, der einerseits der Forderung nach qualitativem städtischen Wohnraum für Familien gerecht wird, andererseits aber auch den Bedürfnissen des Ortes hinsichtlich Vermittlung zwischen groß- und kleinmaßstäblicher Bebauung Rechnung trägt.  Ziel des vorliegenden Entwurfes ist es daher ein funktionierendes städtisches Quartier für Familien zu schaffen, das die bestehenden Potenziale des Ortes nutzt.
Zwei wesentliche Überlegungen liegen dem Entwurf zugrunde:
1. Die Einbindung der Bestandsbauten in das Gesamtkonzept, sowohl auf städtebaulicher, als auch funktionaler Ebene in Hinsicht auf Wohnungsgrößen und Nutzermischung. Jeder Baustein, ob alt oder neu, trägt dabei die ihm inneliegenden Potenziale bei, resultierend aus Lage im Quartier, Freiraumbezug, Maßstäblichkeit und Orientierung.
2. Die Schaffung eines Umfeldes für familiengerechtes Wohnen. Der Entwurf zielt in dieser Hinsicht auf kommunikative Nachbarschaften innerhalb des Quartiers hin, was durch die unterschiedlichen Wohnkonzepte/Grundrisskonzeptionen eine mögliche Nutzermischung zur Folge hat. Da familiäre Strukturen heutzutage in vielfältigsten Variationen vorkommen, ist eine dementsprechende Vielfalt an Wohnangebot von Vorteil. Das familiengerechte Umfeld wird weiterhin durch gemeinschaftlichen Grün/bzw. Gartenraum, halböffentliche und öffentliche Räume unterstützt.
Das städtebauliche Konzept sieht die Neuordnung des Gebietes durch ein Ensemble aus drei Quartiersbausteine vor und die damit verbundene Zonierung dreier unterschiedlicher Freiräume.
1- Stadthaus /// 2- Gründerzeitwohnen /// 3- Hof-Garten-Ensemble
1- Quartiersplatz /// 2- Spielplatz /// 3- Hof/Garten
Dem "Stadthaus" kommt hierbei ein besonderer Stellenwert zu. Es vermittelt an dieser städtebaulich sensiblen Stelle zwischen den Maßstäben der umstehenden Bauten und beherbergt quartiersrelevanten Funktionen wie Tiefgarage und Café/Restaurant. Das Stadthaus reagiert zudem auf die hochfrequentierte Straße und schirmt die dahinter liegenden Räume und Wohnungen vom Lärm der Straße ab. Durch seine Eigenständigkeit und baulichen Losgelöstheit von den Bestandsbauten kann hier ein modernes und allen funktionalen Ansprüchen gerecht werdendes Haus geschaffen werden.