Information

TLA — Theaterlabor Giessen

Informationen zum Projekt
  • Projekt: 048 TLA
  • Aufgabe: Neubau des Theaterlabors und Neuordnung Campus
  • Projektart: Wettbewerb
  • Jahr: 2013
  • Auszeichnung: 1.Preis
  • Lage: Gießen (D)
  • Bauherr: Land Hessen
  • Status: in Planung
  • Mitarbeiter: Tobias Bloh
  • Projektpartner: hjp-architekten, Grafenrheinfeld, Lützow7 Landschaftsarchitekten, Berlin und itv, Berlin

1.Preis in Zusammenarbeit mit hjp-architekten, Grafenrheinfeld und Lützow7, Berlin. 

 

Erste Inspiration zum Neubau des Theaterlabors und zur Gestaltung des Campuskarrees in Giessen war ein klassisches Bild Piet Mondrians. Das Tableau No.I von 1921 zeigt ein Nebeneinander verschiedenster Flächen in verschiedenen Qualitäten und Größen, strukturiert durch breite schwarze Linien und Felder. Das große Ganze ist erkennbar, eine Einheit und Identität, ohne jedoch die Vielfalt und Identität des Einzelnen zu ignorieren.

 

Dies galt es auf den Campus zu übertragen. Felder zu definieren, bestehende Qualitäten zu erkennen und zu stärken, Probleme und Brüche zu bereinigen. Klar war daher, dass die Mitte des Campus „aufgeräumt“ werden musste, um den ganzen Campus erlebbar zu machen. Die Achsen sind nicht nur Wegeverbindungen sondern schaffen auch neue Sichtbezüge. Sie leiten tief in das Gebiet hinein und hindurch, verbinden die Universität mit den umliegenden Gebäuden, der Innenstadt und dem Bahnhof.

Dazwischen liegen differenzierte Freiflächen aus bestehenden und neu geschaffenen Räumen. Die bestehende Grünfläche mit Spielplatz als natürlicher Landschaftsraum, die neue Campuswiese als Rasenskulptur umringt von den Villen als artifizieller Landschaftsraum zum Sonnen und Beobachten, das neue Theaterdeck in der Mitte als urbaner und szenischer Raum.

 

Eine Leitidee zur Gestaltung des Gebäudes war das Bild des Theatervorhangs. Er verdeckt und verhüllt die Bühne, macht neugierig, lädt ein und öffnet sich. Der Bühnenturm, als Kernstück des Theaterlabors, ist erhöht, und schimmert golden. Umhüllt wird er wie durch einen schweren Vorhang von einer schwarzen Fassade aus profiliertem Metall. Doch die Bühne schimmert durch die perforierte Fassade, tritt an manchen Stellen heraus, ragt darüber hinaus. Das Theaterlabor begrenzt sich aber nicht auf das Gebäude, sondern bezieht auch den Aussenraum mit ein, bespielt ihn, lässt eine ständig wandelbare Szene im Innen und Aussen entstehen.