Information

HOL — Neubau Pfarrkirche St. Josef in Holzkirchen

Informationen zum Projekt
  • Projekt: 039 HOL
  • Aufgabe: Kirchenneubau unter Berufung auf das architektonische und liturgische Konzept des zu ersetzenden Bestandsbaus von Franz Ruf (1961)
  • Projektart: Realisierungswettbewerb
  • Jahr: 2013
  • Lage: Holzkirchen (D)
  • Bauherr: Erzbischöfliches Ordinariat München
  • Mitarbeiter: Charlotte Pfrommer, Tobias Bloh
  • Projektpartner: hjp-architekten, Grafenrheinfeld/Gießen und Lützow 7, Berlin

Konzept Erhaben ist nach Edmund Burke und Immanuel Kant, was sich unserer Vorstellungskraft entzieht, unermesslich und allumfassend ist. Das Konzept des Erhabenen (Sublimen) ist dem des Göttlichen, Sakralen gleichzusetzen. In ihm wird die Verbindung von Himmel und Erde, Tod und ewigem Leben besonders spürbar. In der Architektur kann ein solcher Raum der geistigen Erhabenheit nur durch die Gestaltung des Lichts, welches ebenfalls maßstabslos ist, konzipiert werden. Zu einem Raum, der mit Gott verbindet, gleichzeitig die Gemeinschaft und eigene Existenz bewusst macht. Das Phänomen des göttlich Erhabenen ist sowohl eine physische als auch psychische Erfahrung. Über die Schichten des Aufbaus der Kirche und ihrer Platzierung in der Stadt wird der sakrale Naturraum mit dem Kulturraum verbunden. 

Architektur und Städtebau Bei der Situierung des Neubaus galt es, ein Gleichgewicht zwischen Offenheit, Erhabenheit und Geborgenheit zu schaffen. Offenheit gegenüber Passanten, indem der Zugang barrierefrei direkt zwischen Kirche und Kirchturm erfolgt. Erhabenheit, da die Kirche ein besonderer Baustein in der Stadt ist, mit einer besonderen Funktion, dem es eine gebührende Stellung zu geben gilt. Geborgenheit, da die Kirche ein Ort der Ruhe und Kontemplation ist. Nicht nur die Kirche selbst, sondern auch der Kirchplatz sollte daher einen gefassten und ruhigen Raum bieten. Die Gestaltung des Raumes im Inneren wurde im Hinblick auf die lithurgischen Abläufe festgelegt. Altar und Ambo, Leuchter, Taufbecken und das Ewige Licht sind an genau festgelegten Positionen verortet. Die Sitzplätze für die Gemeinde um den Altar herum folgen einer Circumstanc-Lösung wie sie das 2. Vatikanische Konzil als Ideal angibt. Der sich über dem Altar gen Himmel wachsende und verjüngende Raum erzeugt hier eine Atmosphäre, die dem Unvorstellbaren durch Licht und Material Raum gibt.