Information

LAU — Burg Lauenstein

Informationen zum Projekt
  • Projekt: 060 LAU
  • Aufgabe: Sanierung und Erweiterungsbau Hotel Burg Lauenstein
  • Projektart: Wettbewerb
  • Jahr: 2014
  • Lage: Stadt Ludwigsstadt
  • Bauherr: Stadt Ludwigsstadt
  • Mitarbeiter: Lukas Bartke, Tobias Bloh, Elias Dieterle
  • Projektpartner: k.u.g.- architekten | München

Konzept

Die Burg zeigt sich dem Betrachter zunächst als unverrückbares und unveränderliches Postkartenmotiv, bei genauerer Betrachtung und Begehung sind jedoch viele verschiedene Zeitschichten aus unterschiedlichsten baulichen Epochen erkennbar. Ihren Charakter hat sie wie ein Palimpsest – also ein mittelalterliches Schriftstück, dessen Text abgekratzt und neu beschrieben wurde – stets verändert und der Zeit und der jeweiligen Nutzung angepasst. Das Erscheinungsbild ist also eine komplexe Überlagerung von alt und neu, das durch die Interferenz einen ganz eigenen Reiz ausstrahlt.

Die denkmalfachliche und städtebauliche Verträglichkeit vor dem Hintergrund der Wirtschaftlichkeit fordert ein integratives Konzept als Lösungsansatz: Der Neubau soll hier als zentrales Bindeglied den schwer zu nutzenden und historisierenden Wehrgang von 1933 ersetzen, um so zwischen den Bestandsbauten des alten Hotels im Westen und dem Torbau im Osten vermitteln zu können. Dieser Eingriff wird die Mantelburg reaktivieren sowie die Aufenthaltsqualität und Erlebbarkeit im südlichen Bereich der Burg erhöhen.

Dabei bilden die privaten, blickgeschützten Zimmer an der Südseite die Basis für die öffentlichen Bereiche in den Geschossen darüber. Optional und direkt daran anschließend lässt sich eine Tiefgarage realisieren, die sämtlichen Verkehr und die Anlieferungsproblematik aus der Mantelburg auslagert. Der Ringschluß schafft so ein Ensemble welches auch funktional längerfristig eine Berechtigung hat und als eine architektonische Bereicherung der Burg anzusehen ist.

Das Baufeld im Norden soll in Anlehnung an die einst vorhandene Bebauung mittels zwei über Eck stehenden Baukörper mit dem Rest der Burg verbunden werden. Hier sind  in den unteren Geschossen ein kleiner Wellnessbereich mit geschütztem Aussenbereich und auf der Hotelebene ein großer, unabhängig zu nutzender Tagungssaal vorgesehen.

Die steinerne Materialität greift den Charakter des Ortes auf und transformiert sie zu etwas neuem. Die damit verbundene, selbstbewusste Architektur der Obergeschosse steht in einer materiellen Kontinuität zum Bestand und spricht doch deutlich die heutige Sprache. Das Thema der Hochpunkte und Ecksetzung (Thünabau) wird auf das Mantelburgensemble übertragen und fortgeführt. Die  Panoramaterrasse bietet ein wundervolles Panorama und lädt zum verweilen und Entdecken ein.

 

Konstruktion

Die neuen Baukörper werden in massiver Bauweise mit Stahlbetonflachdecken erstellt. Diese werden je nach Spannweite teilweise als Hohlkörperdecken ausgeführt, um das Eigengewicht zu reduzieren. Außenwände bestehen aus einem tragenden Stahlbetonkern, einer Kerndämmung sowie einer  außenseitigen Vorsatzschale aus Natursteinmauerwerk. Tragende Innenwände werden je nach Anforderung aus Mauerwerk oder Stahlbeton ausgeführt.

Die Gründung erfolgt über Einzel und Streifenfundamente direkt auf dem tragfähigen felsigen Baugrund. Das bergseitige Gelände wird aushubbegleitend mittels Dauerverpressankern gesichert.

 

Projektseite:
Stadt Ludwigstadt