Information

GOE — Goethehöfe Deutsches Romantikmuseum

Informationen zum Projekt
  • Projekt: 066 GOE
  • Aufgabe: Neubau eines Museums und Wohnungen; Neu- oder Umbau eines Theatersaals
  • Projektart: Wettbewerb
  • Jahr: 2014
  • Lage: Frankfurt am Main (D)
  • Bauherr: Frankfurter Aufbau AG
  • Mitarbeiter: Tobias Bloh, Elias Dieterle, Nadine Lehmann
  • Projektpartner: wörner traxler richter | Frankfurt

Konzept

Mit den GoetheHöfen entsteht um das zentrale Element des Romantikmuseums ein neues Kleinod der kulturellen Begegnung. Sie sollen ein Anziehungspunkt der Mainmetropole werden: sowohl für in- und ausländische Touristen, für Kunst-, Theater- und Literaturinteressierte, als auch für zeitgenössische Künstler, Literaten und Philosophen. Zu allem überregionalen Anspruch soll das Quartier aber auch die Frankfurter Bürger selbst ansprechen.

Museale Nutzungen, die Aufführungsstätte des Cantatesaals und entsprechende Atelier-, Wohn- und Galerieräume schaffen einen Ort der interkulturellen Begegnung. Alle Nutzungen sind Teil des Ganzen und befruchten sich gegenseitig. Sie liefern gerade in Ihrer scheinbaren Widersprüchlichkeit ein adäquates, typisches Bild der Stadt als lebendigen Ort vielfältiger Interaktionen.

 

Architektur und Materialität

Im direkten Anschluss an die Replik von Goethes Geburtshaus, unweit der bedeutungsvollen Paulskirche und des stadtbildprägenden Commerzbanktowers fügt sich der neue Museumsbaukörper als ruhiger, klarer Baustein in die dichte Struktur der Umgebung ein.

Als prägende Materialien kommen dabei ein heller, warmer Ziegel und in Teilen des Erdgeschosses ein roter Sandstein zur Verwendung, wie er auch in der näheren Umgebung zu finden ist.

Der farblich leicht abgesetzte Naturstein bildet dabei einen gerahmten Eingang, der auch den Sockel des Goethehauses mit einbindet. Auch die Gliederung der Fassade und die Traufhöhe nehmen darauf Bezug, ohne sich jedoch anzubiedern und vermitteln so zwischen dem barocken Bau und der südlichen Nachkriegsbebauung. Die Materialien setzen sich im Inneren des Hofes fort, durch die einheitliche Verwendung des Natursteins für Sockel, Hof und Foyer entsteht eine besondere Atmosphäre, die den Hof fast wie einen intimen Innenraum erscheinen lässt.

Der Hof ist Mittelpunkt und Ruhepol des Kulturquartiers GoetheHöfe, das vom Deutschen Hochstift mit dem denkmalgeschützten Seekatzsaal über das Goethehaus bis hin zum Neubau des Romantikmuseums mit seinen weiteren kulturbezogenen Funktionen reicht. Von hier erfolgen die direkten Zugänge zum Romantikmuseum selbst, dem Goethehaus, dem Cantatesaal, dem Museumsladen, dem Kulturcafé sowie zu den Atelierwohnungen und Galerien, die als metallener Aufbau über dem Museum thronen und den baulichen Abschluss des komplexen Stadtbausteins bilden.

Alle Nutzungen sind organisatorisch klar voneinander getrennt und werden separat erschlossen, so dass eine zukünftige Teilung möglich ist. Wo sinnvoll wurden dabei jedoch auch zukünftige Synergien mit angedacht wie zwischen Theater und Museum im 2. Untergeschoss oder zwischen den Ateliers und dem Museum im 2. Obergeschoss. Manche wurden auch schon direkt umgesetzt. So dienen z.B. in Abwägung mit der Wirtschaftlichkeit die Wohnungserschließungen als Fluchttreppen des Museums.